Informationstext zum individuellen Dialog

Museen stehen seit jeher vor derselben Aufgabe: Wie vermittelt man Wissen so, dass es möglichst viele Menschen erreicht?

28. September 2026

Klassische Ausstellungstexte, Audioguides oder digitale Infostelen leisten dabei viel. Gleichzeitig geben sie jedoch meist vor, welche Informationen Besucher erhalten und in welcher Reihenfolge.

Ein dialogbasierter AI Avatar eröffnet einen anderen Zugang: Besucher können selbst entscheiden, was sie interessiert – und genau dort nachfragen.

Jeder Besucher kommt mit anderen Fragen

Der eine möchte wissen, warum ein Kunstwerk entstanden ist. Ein anderer interessiert sich für die Biografie des Künstlers. Wieder jemand anderes möchte verstehen, welche gesellschaftliche Bedeutung ein Werk hatte. Ein einzelner Informationstext kann all diese Interessen nur begrenzt abbilden.

Genau hier liegt die Stärke eines dialogbasierten Systems: Die Vermittlung beginnt nicht beim vorgegebenen Text, sondern bei der individuellen Frage des Besuchers.

Wie relevant solche Fragen tatsächlich sind, zeigt eine Untersuchung eines sprachbasierten Museumsguides in einem Museum für moderne Kunst in Brasilien. Über neun Monate wurden 142.463 Gesprächsbeiträge aus 5.242 Sitzungen analysiert. Mehr als die Hälfte der Besucherfragen beschäftigte sich mit Bedeutungen und Intentionen hinter den Kunstwerken – erst danach folgten Fakten zu Werk und Künstler. *(Q1)

Vom festen Inhalt zum persönlichen Zugang

Ein AI Avatar ersetzt dabei nicht die kuratorische Arbeit und auch nicht den klassischen Ausstellungstext.

Er kann sie vielmehr ergänzen. Das Museum stellt weiterhin das Wissen und den inhaltlichen Rahmen bereit. Der Unterschied liegt darin, wie Besucher darauf zugreifen: Statt alle dieselbe Information zu lesen, können unterschiedliche Fragen zu demselben Exponat gestellt werden.

So entsteht aus einer linearen Informationsvermittlung ein individueller Dialog.

Auch weitere Forschung zeigt, dass Besucherfragen Hinweise darauf geben können, welche Ausstellungsbereiche und Themen besonders relevant sind. Eine peer-reviewte Untersuchung analysierte 5.656 Fragen von 795 Besuchergruppen in zwei Museen. Anhand der Fragen konnten unter anderem Rückschlüsse auf das Interesse an bestimmten Ausstellungsinhalten gezogen werden. *(Q2)

Unser Ansatz:

Mit unserem AI Avatar möchten wir genau diesen Zugang ermöglichen. Besucher sollen nicht erst herausfinden müssen, auf welcher Tafel oder in welchem Menü eine Information zu finden ist. Sie können ihre Frage direkt stellen und erhalten eine passende Antwort auf Basis der für den jeweiligen Einsatz bereitgestellten Inhalte.

Gerade für Museen eröffnet das neue Möglichkeiten:

  • Besucher können Themen individuell vertiefen.
  • Wissen lässt sich dialogorientiert vermitteln.
  • unterschiedliche Interessen können besser berücksichtigt werden.
  • komplexe Inhalte können schrittweise und verständlich erschlossen werden.

Der entscheidende Unterschied ist damit nicht nur die Technologie selbst. Aus Information wird Interaktion – und aus einem vorgegebenen Inhalt kann ein persönlicher Zugang zur Ausstellung entstehen.

Genau darin liegt das Potenzial dialogbasierter Vermittlung: Wissen wird nicht nur bereitgestellt, sondern individuell zugänglich gemacht.

Sie möchten mehr über das Projekt erfahren oder überlegen, wie ein Avatar auch Ihr Museum bereichern kann? Dann sprechen Sie uns an – wir unterstützen Sie gern.

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    Florian Trautmann

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    5.0

    *(Q1) (Quelle: Barth et al., 2020, CUI – „Intentions, Meanings, and Whys: Designing Content for Voice-based Conversational Museum Guides“)
    *(Q2) (Quelle: Pérez Cortés et al., 2023, Educational Technology Research and Development)